STACKENBLOCHEN (rsf)
(where contestants have to arrange items on a dresser at right angles - that passes for fun in germany)
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Damals, als es noch keine Helmpflicht gab und wir mit unseren Mofas die Flächengemeinde unsicher machten, war einer unserer bevorzugten Nachmittagstreffpunkte der Schulhof einer der Grundschulen im Zentralort, obwohl wir längst auf dem Gymnasium waren.

Wie immer, wenn eine mehr oder weniger grosse Gruppe Pubertierender irgendwo rumlungert, schwillt die Gruppenlautstärke irgendwann stark an. Unmittelbar neben dem Schulhof standen Reihenhäuser, deren Bewohner gerne ihre Ruhe hätten haben wollten.
Wurde es während des gelangweilten Rumlungerns wirklich langweilig, wurden Fremdmofas gerne ausgiebigen Probefahrten unterzogen, sehr gerne den Schulhofhügel rauf und runter. Zur Bäckerei am nahegelegenen Platz kam man sowieso am schnellsten, wenn man quer über den Hof fuhr. Auf dem Schulhof war der Betrieb von Kraftfahrzeugen verboten.

Im Endhaus der Häuserreihe, kaum zehn Meter entfernt von unserem Lieblingsplatz auf dem Schulhof wohnte Familie D. Einige von uns gingen mit der H., der Tochter der Familie, deren Freund diesen wunderschönen Käfer fuhr, zur Schule, so dass einige von uns auch mit den Eltern der H. mehr oder weniger bekannt waren. Aber egal - bis auf die vermeintlich coolen Eltern vom C. und der S. waren Erwachsene der Feind. Erst recht Herr D. Denn immer wenn es laut wurde - und es wurde oft laut - kam Herr D. aus dem Haus, um uns zur Ordnung zu rufen.

Herr D. war ein etwas wunderlicher Mensch. Er sah bisweilen wunderlich aus und sprach bisweilen wunderliche Dinge. Was er meinte, war allerdings immer dasselbe. Gebrüll einstellen, Mofas aus. Das war alles, was er verlangte. Es war nicht wirklich viel und er hatte Recht. Das wussten wir vermutlich, ganz bestimmt aber spürten wir es.
Aber wir wollten was besonderes sein. Was besseres als Herr D. allemal. Wir bildeten uns ein, besser auszusehen und nicht so komischen Zeug zu reden, wie dieser Bekloppte, der tatsächlich einen Computer zum Arbeiten im Keller stehen hatte und nicht, wie alle anderen auch, im Wohnzimmer zum spielen. Und so unternahmen wir alles, jeden noch so wohlfeilen, teilweise peinlichen Versuch, uns lustig zu machen über seinen wunderlichen Stil und sein wunderliches Aussehen, dass er nur im Reihenhaus wohnte und wir ihm ausserdem zahlenmässig ja sowieso überlegen waren.

Aber er hatte Recht.


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