STACKENBLOCHEN (rsf)
(where contestants have to arrange items on a dresser at right angles - that passes for fun in germany)
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Jahrelang sind wir an der Burgerbude an der Plaça des Mercat immer nur vorbeigelaufen. Vermutlich, weil sie nicht sysemgastronomisch genug aussieht. Ich erinnere mich an ein Jahr, in dem ich mal den Versuch gestartet hatte, dort was essen zu gehen, aber ich war nicht alleine und meine Begleitung konnte sich durchsetzen, denn sie war zahlenmäßig überlegen.

Dieses Jahr war ich alleine unterwegs, hatte Hunger und Durst, und weil ich mir in der letzten Zeit sowieso angewöhnt hatte, immer irgendwelche Burger zu probieren, wenn ich irgendwo einen unbekannten und interessant aussehenden Laden finde, habe ich mich an die Bar Alaska gesetzt und un Hamburguesa y una Cerveza bestellt.

Die Burger werden in einer winzigen Küche gebraten, lustig in Papier eingewickelt und auf einen kleinen Teller gelegt. Das ist die sympathischste Servierweise, die je erlebt habe und wäre mir vermutlich alleine schon Grund genug gewesen, häufiger dort essen zu gehen. Dazu stellt der Wirt eine Flasche Ketchup und eine Flasche Senf auf die Theke und tut mir damit einen weiteren Gefallen, denn ich mag Senf so gerne, wie ich Ketchup fies finde, also so sehr, dass ich gelegentlich für größere Irritationen sorge, weil ich mir unbotmäßige Mengen Senf an Fritten appliziere.

Ein Patty von höchstens 100 Gramm roh, etwas grüner Salat, Zwiebelringe und ein weiches, süßliches Brötchen - das allerdings mit der richtigen Seite auf den Grill gelegt wurde (was in Berliner Fashion-Grills nicht immer üblich ist). Die gesamte Konsistenz erinnert an Burger DeVille.

Gemessen an diesem albern-überladenen fancyshmancy Burgerdesign, das in der letzten Zeit nördlich der Alpen Einzug gehalten hat, macht der Alaska-Burger einen reichlich traurigen Eindruck. Seinem Geschmack allerdings können die meisten Läden, in denen ich bisher gegessen habe, nicht das Wasser reichen. Das Fleisch roch schon beim Braten so außergewöhnlich gut, dass selbst meine Begleiterin, die normalerweise nur Fleisch isst, dessen ethisch zweifelsfreie Herkunft ihr ebenso zweifelsfrei belegt worden ist, und die ich zu einem weiteren Besuch mitschleppte, kurz davor war, einen zu essen. Der Verzicht auf irgendwelche Sößchen und sonstige Trendzutaten gibt dem Burger einen angenehm klaren - und mittlerweile ziemlich ungewohnten - Geschmack mit auf den Weg, bei dem genau die Zutat dominiert, deretwegen ich einen Burger essen gehe, nämlich das Fleisch. Leichte Schärfe durch die Zwiebeln, Biss durch den Salat - und weil er da stand und ich noch nie welchen auf einem Burger hatte, habe ich ein paar Spritzer Senf draufgemacht. Schmeckt super.

Cheeseburger gibt es auch, den habe ich aber nicht probiert, weil ich mir nicht vorstellen kann, dass Käse diesen Geschmack verbessern kann. Aber vielleicht bin ich diesbezüglich auch nur ein gebranntes Kind, weil die meisten Läden in Deutschland ihre Patties so sehr in geschmolzenem Käse ersäufen, dass niemand merken würde, wenn es statt aus Fleisch aus Tofu oder ähnlicher Holzwolle wäre.
Würde ich einen Burgerladen machen, wäre er wie der Laden in Palma. Auch die ganze Anmutung hat mir sehr gut gefallen. Alles so schön beiläufig, unaufgeregt und voller Einheimischer - was ja meistens ein gutes Zeichen ist.


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