STACKENBLOCHEN (rsf)
(where contestants have to arrange items on a dresser at right angles - that passes for fun in germany)
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Die "elektronische Gesundheitskarte" ist ein sehr praktisches Ding. Sie sorgt dafür, dass die Krankengeschichten der GKV-Mitglieder früher oder später gut verfügbar sein werden, so dass einerseits Werbung besser persönlich zugeschnitten werden kann und andererseits Lebens-, Unfall- oder Berufsunfähigkeitsversicherer auf einen Blick sehen können, ob es sich für sie lohnt, Verträge abzuschließen - oder eben nicht. Außerdem entlastet sie die Ärzte, denn die können anscheinend nämlich einfach nach Gusto die Behandlung verweigern, wenn man eine solche Karte nicht dabei hat.

Ich habe die Nacht mit sehr starken Schmerzen in der Schulter verbracht, wegen der ich ohnehin schon bei einem Orthopäden in Behandlung bin. Zuletzt war ich vor etwa drei Wochen in der Praxis. Heute morgen hatte ich bei diesem Arzt angerufen, um zu sehen, ob heute überhaupt jemand da ist, gefragt ob ich kurzfristig vorbeikommen könnte, bekam gesagt, das sei kein Problem und stand eine halbe Stunde später in der Praxis mit den Worten: "Ich habe so extreme Schmerzen in der Schulter, dass ich meinen Arm kaum bewegen kann und habe die Hoffnung, dass es irgendeine geheime Behandlungsmöglichkeit gibt, die die Schmerzen wegmacht". Allerdings hatte ich meine Plastikkarte nicht dabei. Das passiert mir manchmal, denn ich bin noch nicht so lange in der GKV und habe mich noch nicht daran gewöhnt, das Ding immer mitzuschleppen. Bisher war das auch nie ein Problem und ich konnte das Kärtchen nachreichen. Heute allerdings nicht. Mir wurde nichtmal angeboten, die Behandlung selbst zu bezahlen, sondern sofort und ohne weitere Verhandlungsoption gesagt, ohne Kärtchen sei eine Behandlung unmöglich und ohne Kärtchen mit Bild ginge das erst recht nicht, denn Kärtchen ohne Bild seien seit dem 1. Januar "ungültig".

"Selbstverständlich wird aber kein Versicherter, der ohne die neue Karte zum Arzt geht, wieder nach Hause geschickt. In diesem Fall gilt das gleiche Ersatzverfahren, das bereits heute zum Beispiel bei verloren gegangener Versichertenkarte zum Einsatz kommt. Danach kann der Versicherte innerhalb von zehn Tagen nach der Behandlung einen gültigen Versicherungsnachweis nachreichen. Ansonsten ist der Arzt berechtigt, dem Versicherten die Kosten der Behandlung privat in Rechnung zu stellen." (GKV-Spitzenverband)

Da stand ich dann auf der Straße rum mit meinen Schmerzen, die - selbstverständlich nur subjektiv - sogar eine dieser Notfallbehandlungen gerechtfertigt hätten, von denen immer behauptet wird, Ärzte würden sie vornehmen, ohne zunächst weitere Fragen zu stellen - und wenn man in der Praxis sowieso schon bekannt ist, allemal. Ich habe mir dann eine Handvoll Novalgin eingeworfen, bin zur Arbeit gefahren und habe mir für den Abend einen Termin bei einem anderen Orthopäden besorgt. Als ich da am Telefon erzählte, dass und auf welche Weise mir heute morgen die Behandlung verweigert worden sei, war die Dame am Telefon in einer solchen Weise empört, dass ich immerhin vorerst daran glauben kann, dass nur mein Ex-Orthopäde eine miese Praxis führt, diese Praxis aber nicht exemplarisch ist.


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