STACKENBLOCHEN (rsf)
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Ich würde gerne eine Tageszeitung abonnieren. Ich finde die thematische Abgeschlossenheit von Zeitungen sehr entspannend. Mein Tages- und Wochenablauf ist aber so unregelmäßig, dass es sich nicht lohnen würde, sie zustellen zu lassen. Außerdem will ich diese sinnlosen Papierberge gar nicht erst im Haus haben.



Von den Berliner Zeitungen gefällt mir der Tagesspiegel am besten. Den kaufe ich auch gerne online, denn wenn ich bezahlt habe, habe ich die Wahl zwischen verschiedenen Dateiformaten - je nachdem, auf welchem Gerät ich die Zeitung gerade gerne lesen möchte. Ich würde auch gerne die FAZ lesen (und dafür bezahlen) und habe das heute mal mit der Sonntagszeitung ausprobiert. "Schön im Bett auf dem iPad", dachte ich mir. Da gefällt mir zwar der Preisunterschied zwischen 3,40 für die Druck- und 3,10 für die Digitalausgabe nicht, aber das ist es mir wert, denn ich lese die FAS sehr gerne - und werde sie mir trotzdem nicht mehr kaufen.

Man bekommt für sein Geld nämlich nichts weiter als ein unhandliches PDF und bekommt das nichtmal gesagt, bevor man bezahlt hat. Wenn ich ein sperriges Format hätte haben wollen, wäre ich zum Büdchen gegangen und hätte mir die Druckausgabe gekauft. Dabei hätte ich dann wenigstens noch die nostalgische Haptik gehabt. Moderne Formate wie epub oder mobi sucht man bei der FAZ genauso vergebens, wie eine txt-Version für langsame Anbindungen. Damit hätte ich mich um die Jahrtausendwende noch abgefunden, aber 2013 ist das so dermaßen unvorstellbar, dass ich den Eindruck habe, die Frankfurter Allgemeine lege nicht den geringsten Wert auf solche Leser wie mich.

Und wer die Zielgruppe FAZ-App ist, habe ich auch noch nicht verstanden. Für Zeitungsleser wie mich scheint sie jedenfalls nicht gedacht zu sein. Schade eigentlich. Hauptsächlich für die FAZ.

Nachtrag vom 28.10.2013:
Die FAZ hat zwei iOS-Apps. Eine fürs iPhone und eine andere fürs iPad. Beiden unterscheiden sich wesentlich voneinander. Die iPhone-App ist beinahe deckungsgleich mit der mobilen Webseite der FAZ, die fürs iPad macht in etwa das, was man von einer Zeitungsapp erwarten würde. Die Zeitungsseiten werden als Faksimile dargestellt, auf das man tippen kann, was zur Folge hat, dass der berührte Artikel als skalierbarer Text erscheint. Albernerweise kostet die iPad-Ausgabe der FAS mehr als die Druckausgabe, obwohl Kosten für Druck und Vertrieb dafür nicht angefallen sind. Auch gibt es keinen vernünftigen Grund, dieselbe Funktion nicht auch in die iPhone-App einzubauen. Da fühle ich mich ja schonmal irgendwie verarscht und frage mich, auf welche Weise da wohl solcherlei Entscheidungen zustande kommen mögen.

Und die Verblüffung ging weiter: Ein überheblicher Mitarbeiter der FAZ hat mich gestern auf Twitter dann darüber aufgeklärt, dass sie die Zeitung nicht in der oben (Tagesspiegel) genannten Weise "zerhacken" würden, weil es dann keine Zeitung mehr sei. Das ist ja prinzipiell schon unfassbare Grütze, in diesem Fall aber erst recht, weil ihm nichtmal klargewesen zu sein scheint, dass es längst eine "zerhackte" Ausgabe auf dem iPad gibt. Außerdem war sein Kommunikationsverhalten genau die Art des herablassenden Umgangs, die dazu führt, dass die Kunden ihr Geld halt lieber woanders hintragen. Angeblich habe er nur seine Meinung geäussert und nicht für die FAZ gesprochen, schrieb aber: "wir zerhacken die Zeitung nicht...".

Mir scheint, als hätten die da in Frankfurt noch ganz andere Probleme als bloß unattraktive Produktverpackungen.


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