STACKENBLOCHEN (rsf)
(where contestants have to arrange items on a dresser at right angles - that passes for fun in germany)
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Es passiert in letzter Zeit immer öfter, dass ich Menschen frage, ob ich mal mit ihnen reden und das Gespräch dann auf Wrint veröffentlichen darf und diese mich, noch bevor sie grundsätzlich zustimmen oder ablehnen, fragen, wieviele Hörer ich denn hätte und was für ein Millieu ich besenden würde. In der Regel - also wenn es nicht einfach nur Neugier ist - sage ich das Gespräch dann wieder ab und bitte die Störung zu entschuldigen.

Ich rede nämlich einfach nur mit Menschen, weil ich gerne mit Menschen rede und auch nur über die Dinge, die ich interessant finde. Ich lasse mich sehr gerne auf Menschen und Themen aufmerksam machen, entscheide letztlich aber selbst, ob ich drüber reden möchte und habe das unfassbare Glück, dies auf eine Weise zu machen, die vielen anderen Menschen anscheinend gefällt. Wenn dabei Marketing passiert, ist das völlig in Ordnung, denn gute Ideen gehören verbreitet. Meine Absicht ist allerdings eine ganz andere. Ich weiss selbstverständlich, wie groß die Hörerschaft (ungefähr) ist und habe auch eine ungefähre Vorstellung davon, in welchen soziokulturellen Verhältnissen sie lebt.

Ich bin momentan allerdings in der - ebefalls unfassbar glücklichen - Situation, von meinem Gesamteinkommen komfortabel leben zu können. Es ist also momentan nicht nötig, eine Marketingplattform zu sein, die mit Hörerzahlen und Sinusgruppen hausieren geht. Ich muss mir nicht die ganze Zeit Gedanken darum machen, wie ich die Aufmerksamkeit meines Publikums am besten an Werbetreibende verkaufen kann.

Ich weiss: Das ist ein ungeheurer Luxus. Und es kann gut sein, dass sich meine Lebensumstände irgendwann einmal dahingehend ändern, dass ich den Weg der Vermarktung einschlagen muss, um weiterhin komfortabel oder wenigstens akzeptabel von meinen Sendungen leben zu können. Ich fände das zwar sehr schade, aber grundsätzlich auch gar nicht so schlimm, denn so ist nunmal leider die Welt, in der wir leben. Bis dahin aber freue ich mich einfach nur, dass vielen Menschen gefällt, was ich mache und ein Teil davon sogar bereit ist, mir dafür was in den Hut zu werfen, so dass ich nicht in Quoten denken muss.

Wobei ich zugeben muss, bisweilen schon die Zahlen aus dem Hut zu ziehen, nämlich immer dann, wenn ich mal toll gefunden werden oder sonst irgendwie auf den Putz hauen muss. Beispielsweise, um bei einem potentiellen Auftraggeber irgendeinen Eindruck zu schinden, der dann auch tatsächlich zur Auftragserteilung führt. Ich hoffe, ihr seht mir das nach.

P.S.: Dass wir uns nicht falsch verstehen: Ich finde eine große Reichweite prinzipiell toll, die ist nämlich super für die Egos von so Typen wie mir - je mehr Reichweite, desto besser. Ich finde es auch toll, mit meinen Sendungen Geld zu verdienen - je mehr Geld, desto besser - da bin ich genauso doof und gierig wie die meisten anderen auch. Ich hätte nämlich auch gerne ein Haus am Meer und eins in den Bergen und einen eigenen Hubschrauber und ein Schiff und eine Harley und einen Porsche und eine Finca auf Mallorca und ein Appartment in Brixton und einen begehbaren Kleiderschrank und möchte eigentlich auch nur Maßanzüge tragen und chauffiert werden.


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