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In den letzten Tagen war ich mehrfach im Funkhaus des Deutschlandradios in Köln. Darin sitzen der Deutschlandfunk und DRadio Wissen. Daneben steht das ehemalige Funkhaus der Deutschen Welle. Und zwar rum. Denn es ist leer. Und groß.



Große, leere Gebäude üben immer auch eine ähnlich große Faszination auf mich aus. Das war vor 20 Jahren schon beim Kaiserbau der Fall und heute bei der Welle ist das immer noch so, vermutlich, weil darin auch noch Radio gemacht wurde. Im Gegensatz zur Welle heute konnte man den Kaiserbau damals allerdings problemlos betreten. Der Kaiserbau ist längst verschwunden. Für die Deutsche Welle scheint es aber immer noch keine Lösung zu geben.

Das Haus wurde 1974 bis 1980 gebaut. 1989 wurde bei Umbauarbeiten eine Asbestbelastung festgestellt und der Sender zog 2003 nach Bonn in den Schürmann-Bau um, der seine eigene, unangenehme Geschichte hat, denn er wurde neben dem Rhein errichtet und noch in seiner Bauphase ein Opfer des Hochwassers.

Die Kosten für die Sanierung der Welle werden auf irgendwas zwischen 60 und 200 Millionen, die für die reine Asbestbeseitigung auf acht Millionen Euro geschätzt. Der Leerstand kostet 500.000 Euro pro Jahr.

2004 wurde das Gebäude vom Bundesvermögensamt zum Verkauf ausgeschrieben und ein Jahr später von einer Immobilienfirma erworben. Die ließ Ende 2005 verbreiten, das Haus würde zu einem modernen Wohnhaus umgebaut. Das ist nicht geschehen. Stattdessen erschien in der FAZ vom 8. April 2006 ein Bericht, nachdem im Turm ein "Zentrum der Medienbranche" entstehen soll. Ein solches Zentrum habe ich dort, abgesehen vom DRadio, bis vorgestern allerdings auch nicht erkennen können. Der letzte Bericht, den ich finden konnte, ist aus dem Jahr 2010. In ihm prahlt Immobilienmakler mit tollen, neuen Nutzungskonzepten - aus denen aber auch nichts geworden zu sein scheint, denn es ist nichtmal ein Bauschild zu erkennen. Es würde mich nicht wundern, wenn das jeweils sowieso nur Testballons wären, um zu prüfen, inwieweit die öffentliche Hand bereit ist, Subventionen springen zu lassen. Ich bin nämlich so naiv, anzunehmen, dass das Gebäude längst saniert, umgebaut und betrieben würde, wenn das denn überhaupt ohne öffentliche Finanzierung möglich wäre.

Und wie ich so nach Informationen über das Gebäude in Köln suche, stolpere ich über eine äußerst interessante und ausführliche Dokumentation über die Einstellung des Radiobetriebes bei der Deutschen Welle 2011.


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