STACKENBLOCHEN (rsf)
(where contestants have to arrange items on a dresser at right angles - that passes for fun in germany)
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Ich gucke dieser Tage "Hustle". Eine Serie von ungeheurer Klasse, deren fünf Hauptfiguren eine Bande von sogenannten "Con Artists" ist. Das sind Leute, die sich das Vertrauen von Anderen erschleichen und diese dann um Geld erleichtern.

Deren erste Regel lautet: "Einen ehrlichen Menschen kann man nicht betrügen!" Das ist insofern interessant, als ich vermute, auch schonmal auf so jemanden reingefallen zu sein. Dabei halte ich mich eigentlich für einen ehrlichen Menschen - und für jemanden, dem sowas niemals passieren kann (Haha!)



Er rief irgendwann im Herbst 2007 auf meinem Handy an. Eine Nummer, mit der ich alles andere als freizügig umgehe. Er gab vor, sein Name sei "Daniel Hoffmann". Er gehöre zum CCC und arbeite als Netzwerkadmin bei der Bahn, genauer: bei der 3-S-Zentrale. Das sind die Leute, die unter anderem für die Sicherheit auf Bahnhöfen verantwortlich sind. Er hatte sogar eine Telefonnummer, die zur Bahn zu gehören scheint, an die aber nie jemand anderes als er gegangen ist.

Er gab vor, gebrauchte Laptops aus Beständen der Firma Sony für eine geringe, aber plausible Summe beschaffen zu können. Er gab vor, auch eine Wohnung in Frankfurt am Main, irgendwo in der Nähe des Senders, zu haben, homosexuell und in der Lage zu sein, eine Bahncard 100 erster Klasse einfach so herstellen zu können, indem er sie ausdrucke - denn schliesslich arbeite er bei der Bahn und alle Bahn-Mitarbeiter, die Zugang zu den entsprechenden Rechner der Bahn hätten, seien nicht nur in der Lage, solche Karten unberechtigerweise herzustellen, sondern würden das auch tun. Spätestens an diesem Punkt hatte er meine Aufmerksamkeit, denn ich fahre nur sehr ungern zweiter Klasse.

Meine Telefonnummer scheint er sich an der Hotline eines Senders, für den ich tätig bin, erschlichen zu haben. Einige Monate später hat jemand sowas mit einer ähnlichen Geschichte nocheinmal versucht, ist aber an die falsche Person der übergeordneten Hörerhotline geraten, die mich gefragt hat, ob dieser Mensch mir - wie er behauptet hat - bekannt sein, was ich verneint habe, so dass er nicht damit weitergekommen ist, sich das Vertrauen eines Kollegen zu erschleichen, der bis heute nichts von seinem Glück weiß.

Wir hatten mehrfach Kontakt und ich habe ihm auch deshalb vertraut, weil ich ihn zu allem Überfluss auch noch mit jemandem aus dem Club verwechselt hatte, mit dem ich einige Wochen vorher noch bei einem gemeinsamen Freund zu Essen eingeladen war. Die Stimmen klangen ähnlich. Vermutlich wäre ich aber auch so auf ihn hereingefallen.

Eines Nachts meldete er sich und fragte, ob ich in der Lage sei, kurzfristig per Internet seine Prepaidkarte aufzuladen, er habe gerade keine Möglichkeit dazu. Ich hatte längst Vertrauen gefasst und die 15,- Euro, die die Aufladung gekostet haben, waren damals weniger als Peanuts für mich - also lud ich die Karte auf.

Danach habe ich nichts mehr von ihm gehört und habe jetzt die Wahl, ob das schon der gesamte Trickbetrug war, ob er nur einen größeren Vorbereitet hat, dessen Opfer ich dann doch nicht geworden bin oder ob er nur an mir geübt hat.

Aber eins weiß ich: You cannot cheat an honest man. And i wasn't honest.


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