Als mein Freund Christoph seinen Weinladen schließen musste, haben einige von euch ein paar Flaschen an meine Adresse bestellt. Darunter ein Saint Jean du Barroux L'Argile 2006. Ich habe ihn um 20.30 Uhr geöffnet.
21.00 Uhr. Meine Nase meldet fünf Schwarze Johannisbeeren, zwei schwarze Kirschen und eine überreife Erdbeere, die alle zusammen in einer alten, aber gepflegten Ledertasche vergessen wurden, die nach dem Regen in die staubige Ecke im Keller gelegt wurde, um dort zu trocknen.
Er hat noch aberwitzig viel Tannin (das ist das, was den Pelz im Mund und auf den Zähnen macht). Beim Spülen stöhne ich hörbar. Und das kommt verblüffenderweise nicht vom üblichen Schaudern, dass einen überfällt, wenn der Rote noch zu pelzig ist, sondern hat fast etwas wollüstiges, so fein ist der Pelz. Geschmacklich ist kaum was da, außer der Schwarzkirsche, die auch schon in der Nase war.
21.45 Uhr. Die Früchte schleichen sich teilweise aus und werden durch Gewürze ergänzt. Auch der Pelz legt sich, allerdings sehr langsam. Dafür gibt es zunehmend Sauerkirsche, Thymian und eine angenehme Kühle.
22.40 Uhr. Er wird noch frischer. Und die Frische wird auf einem grösteten Graubrot serviert. Ich sollte einen Rotwein-Brotaufstrich erfinden und ihn "Frische" nennen. Sowas verkauft sich bestimmt.
23.00 Uhr. Pflaumennase!
Toller Wein. Ein Viertel habe ich noch. Das probiere ich morgen.
Jaja, zu viele Noten von Eisen, gespaltenem Holz und undezenten Rostaromen im Abgang, geschenkt.
Was unterscheidet neoliberal sozialisierte Trollarschlöcher rektal von der sentimentalen Infantilität ehemals ideologischer Punkadoleszens?
Nuancen in der Nase, abgestanden & stechend, selbstmemorierend und referentiell?
Oder doch lieber Menschheitsfreund, die fünf Redner, unsere traurige technische Zukunft (Max Goldt oder Wiglaf Droste)?
Ich sag mal so: Keine Verniedlichung, -Verächtlichmachung von Zombiecalypse, das gab’ s hier schon monströs & 1992 – bis heute, inbound und FrontEx outbound. oder
wie die trotzkistischen Laibach 2006 im „Volk“ genannten Album und aus ihrer Sicht längst überwundenen transnational bearbeiteten Hymen noch fragten: „Germany, are you ready...?“ Trotz oder wegen Piraten (postgender, posthistory, spackeria) verkackt?
KeinenMeter & MehrKlaren:
HGich. T – Die Hoffnung stirbt zuletzt