Daß man bei Hitze umso stärker schwitzt, wenn man kalte Getränke trinkt, hatte ich schon oft genug gehört. Neulich habe ich allerdings zum erstenmal erklärt bekommen, warum das so ist. Marcus Anhäuser sagte, der Körper würde alles tun, um seine Temperatur zu halten und wenn kalte Flüssigkeit reinkäme, er also auskühle, würde er hochheizen, um das auszugleichen und das sei halt schweißtreibend.
Heißen? Also vom Kaffee im Büro muss ich anschließend auch stärker schwitzen. Genauso ists nach dem Eis essen... eigentlich soll man nur Getränke mit Zimmertemperatur zu sich nehmen (schont den Kreislauf).
Bei Kaffee gibt es noch ein anderes Problem (das gleiche gilt für Alkohol): der Körper hält das Koffein für Gift und will es schnell wieder loswerden, am einfachsten durch entwässernde Maßnahmen.
Im Süden trinkt man den Tee heiß, um die Keime im Wasser abzutöten.
Bei den kalten Getränken würde ich sagen: einfach nicht übertreiben. Bein ein paar Schluck kühlem (nicht eiskaltem) Wasser wird der Körper sicher nicht Hitze ohne Ende erzeugen.
Interessant! Wobei ja das Heizen an sich nicht schweißtreibend ist (sonst würde man ja den ganzen Winter durchschwitzen). Es ist ja eher die Tatsache, dass der Körper wegen dem kalten Getränk hochheizt, während es draußen immer noch heiß ist, er dann wieder kühlen will und dafür schwitzt.
...fühle ich mich meist dennoch erfrischt, nach dem Genuss kalter Getränke. Und - ist das überhaupt logisch? Dass man Energie verbraucht, wenn der Körper das Getränk auf Korpertemperatur erwärmt, kann ich ja noch nachvollziehen (sollte man deshalb nicht eher müde werden oder z.B. Hunger bekommen?). Aber dass ich deshalb automatisch schwitze? Der Körper schwitzt ja bereits,um sich runterzukühlen, da ist das hochwärmen doch eine willkommene Abwechslung ;)
Ich halte es fuer eine Kombination aus einmal der Waermeabgabe, die, da der Koerper ja offensichtlich Waerme abgeben will (siehe Hautdurchblutung) und einer Gegenreaktion des Koerpers auf Kaelte -> Energieerhalt (zb. Erniedrigung der Hautdurchblutung, Haareaufstellen).
Beim Konsum warmer Getraenke wird die Waermeabgabe zwar gesteigert, intuitiv wird das Verhalten offenbar auch kulturell bedingt als unangenehm empfunden.
"Aha", denkt sich der Magen, "ein Kälteaufguss, da muss ich
was machen, um die Körperkerntemperatur nicht absinken
zu lassen".
Der Herzmuskel stimmt ihm zu, er wohnt ja in unmittelbarer
Nachbarschaft, und erhöht die Pumpleistung.
Gleichzeitig meldet die Kommandozentrale im Hirn an die
Körperhülle:" Alle Löcher schließen, Wärmeaustausch durch
Verdunstung einstellen"!
Die Poren kneifen ihre Schließmuskeln zusammen, die
Körperhäärchen richten sich pelzartig auf um den Kadaver
zu wärmen.
Bis in die kleinsten Schlauchverbindungen hinein werden
die Durchmesser verengt.
"Oho", denkt das Herz,"Widerstand, Frequenz erhöhen,
Druck steigern" !
Wenn der Abschluck-Knorpel nicht schon rebelliert hat ob
der zu verpressenden Kälte, so wird das komplette
Darmgeschlinge Probleme haben seine Aufgabe
wahzunehmen. Entwässerung des "Speisebreies" und
Transport über die Leber in den Blutkreislauf.
Nebenher noch herausfiltern nützlicher Nährstoffe.
"Nähää", sagen der Dünn- und der Zwölffingerdarm das kann
ich mit meinen verengten Blutschläuchen nicht,"mach daß du
weiter kommst, Pfütze".
Und was macht die Pfütze? Die schießt bestenfalls als
Dünnpfiff in die Schüssel, unter Mitnahme der Reste von
Currywurst oder Wurstsalat.
Ein Großteil der vorherigen Pfütze allerdings bahnt sich dank
hohen Drucks seinen Weg durch die zusammengekniffenen
Poren der Haut nach draussen.
Denn jeder Tropfen Flüssigheit ist auf das Transportmittel
BLUT angewiesen.
So weit die ziemlich wahre Geschichte.
Legt einen kalten Lappen ins Genick, das kühlt ein wenig das
Stammhirn herunter und beugt einem Hitzesschlag
(beginnende Eiweiss -Gerinnungsprozesse) vor.
Ersetzt den Schwitzwasserverlust durch lauwarme,
alkoholfreie Getränke ähnlicher Menge in kleinen Schlucken.
Zusätzlich die Füße in eine Schüssel kaltes Wasser stellen.
Das veranlasst den Kreislauf, einen Temperaturausgleich
herzustellen zwischen unten und oben.