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Gibt es eigentlich auch "konservative Vordenker", deren wirtschaftliche Zukunft nicht auf komfortable Weise gesichert ist?

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Schließen sich konservativ (=erhaltend) und vordenken (=neues entwicklen) nicht eh schon kategorisch aus?

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Hmm... dialektisch schon. Aber solche Blödmänner wie der Nolte oder der Baring werden ja gerne mal so bezeichnet.

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für nolte ist vorne, wo die kamera ist.
wenn morgen lafontaine bundeskanzler wird, hat er brandheiße forschungsergebnisse zur geschichte der linken strömung.

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für nolte ist vorne, wo die kamera ist.

*gacker*

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Schon gelesen?
Artikel von Matussek @ spon

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Schöner Text.

Nur leider empfinde ich den Matussek auch als einen von denen, die ihr Fähnchen immer schön in den Wind des Zeitgeistes hängen, um stets zu den Gewinnern zu gehören. Oder wenigstens bei ihnen rumhängen zu dürfen.

Trotzedem: schöner Text.

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Dürfen Vordenker - welcher Art und Weise auch immer - nicht auf komfortable Weise in deren wirtschaftlichen Zukunft gesichert sein? Nagen denn die vermeindlichen linken "Vordenker" immer am Hungertuch oder müssen Angst haben, auf der Straße zu landen? Oder ist das ein projetkiver (regressiver) Wunsch, dem sich Künstler auch öfters gegenübergestellt sehen, das sie arm und unabhängig (als ob sie das in den meisten Fällen nicht ohnehin schon von vornherein ausschließen würde) sein sollen, da man das "authentischer" und auch liebenswürdiger findet?

Wer, wie Matussek, davon spricht, dass "wir", aufgrund des Geldes natürlich, seelisch verarmt sind, "wir" an einem his. Scheitelpunkt angelangt sind und "wir" vor Angst nicht mehr weiter wissen, der meint natürlich zu erst sich selbst und wünscht sich das kollektive "Wir". Das Matussek sich nun auch schlussendlich der Linken zugehörig fühlt, zeugt nur einmal mehr von ihrer Bankrotterklärung. Schön ist das leider nicht...

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Und was genau willst Du jetzt damit sagen?

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Haha, ich hatte noch nicht mal einen Kaffee getrunken, entschuldige bitte. Ich frage mich nur, was deine Ausgangsfrage "Gibt es eigentlich auch "konservative Vordenker", deren wirtschaftliche Zukunft nicht auf komfortable Weise gesichert ist?" denn zu bedeuten hat. Es klingt an, dass es negativ sei, eine gesicherte wirtschaftliche Zukunft zu haben, mehr noch, dass eine solche gesichterte Zukunft und "Vordenkertum" sich ausschließen. Das kann ich nicht so nachvollziehen.

Zu Matussek, der mit "Links", wie er schreibt, den Eogismus, die Verarmung der Seelen usw. bekämpfen möchte, fällt mir ein, was ich vor kurzem von Oscar Wilde über den Sozialismus gelesen hat: "Der größte Vorteil, den die Einführung des Sozialismus mit sich brächte, wäre zweifellos die Tatsache, dass der Sozialismus uns vom unwürdigen Zwang, für andere zu leben, befreien würde, ein Zwang, der unter den gegenwärtigen Bedingungen auf fast allen so schwer lastet. Es gibt in der Tat kaum jemanden, der sich ihm entziehen könnte. Die Menschen ruinieren ihr Leben durch einen ungesunden und übertriebenem Altruismus - sie werden gerade dazu gezwungen, es auf diese Art zu ruinieren. Sie sehen sich umgeben von schrecklicher Armut, schrecklicher Häßlichkeit, schrecklichem Hunger. All dies macht sie unweigerlich betroffen. Die Gefühle des Menschen regen sich weitaus rascher als sein Verstand. Deshalb macht man sich mit bewundernswerten, wenngleich fehlgeleiteten Absichten sehr ehrgeizig und sehr naiv daran, die Missstände ringsum zu beseitigen. Aber die Heilsmittel bekämpfen die Krankheit nicht. Sie verlängern sie nur noch. Im Grunde sind sie sogar selbst ein Teil der Krankheit."

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Ich habe den Eindruck, dass gerade die sogenannten konservativen Vordenker immer genau diejenigen sind, die den restlichen Menschen gerne erzählen, sie seien selbst schuld, wenn sie es nicht zu Wohlstand bringen würden und ignorieren dabei die soziologische Realität, dass man es in der Regel eben nicht selbst in der Hand hat.
Wenn man komfortabel abgesichert ist, propagiert sich ein Gewäsch von Eigenverantwortung und Chancengleichheit immer sehr leicht; vor allem, wenn man den eigenen Weg verklärt. Wenn man gerade darum kämpft, die nächste Miete zusammenzukratzen, sieht die Welt allerdings ganz anders aus. Darum würde ich gerne mal konservative Vordenkerei von Leute hören oder lesen, die gerade de-facto-Zwangsarbeit nach Hartz4 leisten.

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De-facto kämpfe ich tatsächlich jeden Monat um meine Miete und habe sogar noch weniger Geld zur Verfügung, als Leute mit dem Regel-Hartz iv Satz. Dennoch find ich das "Gewäsch" von Eigenverantwortung nicht unsinnig. Interessant finde ich, dass du in der Diskussion um die Demo und der fragwürdigen Polizeiaktion die jeweils eigene Einstellung grundsätzlich hinterfragst und dort sehr viel vom Demonstrationsteilnehmer verlangst, das in diesem Fall aber auf "die soziologische Realität, dass man es in der Regel eben nicht selbst in der Hand hat" abschiebst. Sich selbst nicht nur als Opfer von irgendwelchen "soziologischen Realitäten" begreifen, sondern sehr wohl an einer gewissen Eigenverantwortung fest zu halten, ist sicher kein Reichengewäsch.

Das Wohlstand im aktuellen System natürlich nicht für jeden zu erreichen ist sollte jedoch nicht dazu führen, soziale Verlierer aus der Verantwortung zu nehmen, sie zu glorifizieren oder sich gleich ein staatlich-verordnetes Armutsprogram herbeizuwünschen, wo man nur noch darüber disktutiert, ob der Hartz iv-Satz nun bei 351 Euro oder 800 Euro anzusetzen ist.

Ich finde es nur immer eklig, wenn man Vorschläge gleichwelcher Art, aufgrund der Beschaffenheit desjenigen, der sie hervorbringt, vorab diskreditiert. Ob es sich dabei nun um "vergeistige" Intellektuelle, "weltfremde" Utopisten oder "arrogante" Reiche handelt. Und ob Leute, die Zwangsarbeit nach Hartz iv leisten, grundsätzlich sinnvollere Vorschläge machen, bezweifel ich an dieser Stelle mal. Darum gings mir nur.

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Ich behaupte ja nicht, dass Arme automatisch bessere Vorschläge machen. Ich behaupte aber sehr wohl, dass die Vorschläge der Reichen tendenziell schlecht sind, weil sie sich die beschränkte Wahrnehmung weiter Teile der Bevölkerung zunutze und dieser dann weismachen, jeder sei seines Glückes Schmied, also jeder, dem es dreckig ist, sei selbst schuld daran.
Bevor man vom Individuum Eigenverantwortung fordern kann, muss man es erstmal überhaupt in die Lage versetzen, diese auch wahrzunehmen. Fördern und fordern - wir erinnern uns. Wer nie gelernt hat, sich zu kümmern, kann auch nicht wissen, wie kümmern geht. Da geht es nicht um Glorifizierung, sondern um Empathie.
Die fordernden Vordenker ignorieren nach meiner Wahnrnehmung aber die Verpflichtung zuvoderst zu fördern. Eine Debatte darüber, wie man den sogenannten Sozialhilfeadel in die Lage versetzt, weitergehend als bisher für sich selbst zu sorgen, endet bei den (Neo-)Konservativen immer mit der Forderung, den Menschen noch weniger Geld zum Leben zu lassen.

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Ich behaupte ja nicht, dass Arme automatisch bessere Vorschläge machen. Ich behaupte aber sehr wohl, dass die Vorschläge der Reichen tendenziell schlecht sind, weil sie sich die beschränkte Wahrnehmung weiter Teile der Bevölkerung zunutze und dieser dann weismachen, jeder sei seines Glückes Schmied, also jeder, dem es dreckig ist, sei selbst schuld daran.
Bevor man vom Individuum Eigenverantwortung fordern kann, muss man es erstmal überhaupt in die Lage versetzen, diese auch wahrzunehmen. Fördern und fordern - wir erinnern uns. Wer nie gelernt hat, sich zu kümmern, kann auch nicht wissen, wie kümmern geht. Da geht es nicht um Glorifizierung, sondern um Empathie.
Die fordernden Vordenker ignorieren nach meiner Wahnrnehmung aber die Verpflichtung zuvoderst zu fördern. Eine Debatte darüber, wie man den sogenannten Sozialhilfeadel in die Lage versetzt, weitergehend als bisher für sich selbst zu sorgen, endet bei den (Neo-)Konservativen immer mit der Forderung, den Menschen noch weniger Geld zum Leben zu lassen.

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Klar gibts die, erkennt man meist an der Ordenstracht und der Vorliebe zur Züchtigung.

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vice versa
Bestimmt gibt es die: Es sind diejenigen, welche sich durch eine ideologische Nähe zu solchen "Abgesicherten" Vorteile erhoffen. Allein die CDU Wähler, die auf den unteren Gehaltsstufen dahindümpeln, bis sie für eine gut dotierte Aufgabe entdeckt werden. Dieses "Vordenken" entspricht dann der Antizipation der Absicherung.

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Aber das ist ja nicht wirklich Vordenken. Das ist Ranwanzen ;)

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Au, verdammt! Es hat wirklich fast einen Tag gedauert, bis ich dieses Wortspiel verstanden habe. *facepalm*

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Ranwanzerparteien
Ich begegne oft auch Leuten, die für die FDP eintreten, obwohl sie die ersten wären, die unter der Herrschaft zu leiden hätten... Oder Ausländer, die ganz offen für rechte Parteien eintreten. Wenn man dann fragt, ob sie sich darüber im Klaren sind, dass sie die ersten Leidtragenden sein würden, dann fällt ihnen nix mehr ein.

Zum Beispiel die Mitglieder der jungen Union, die aus ärmlichen Verhältnissen stammen, was sind die Motive?

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