STACKENBLOCHEN (rsf)
(where contestants have to arrange items on a dresser at right angles - that passes for fun in germany)
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Ich habe seit Januar eine Nespresso-Kaffeemaschine. So ein Ding, in das Alu-Kapseln reingesteckt werden. Habe ich mir aufquatschen lassen, nachdem ich Kaffee aus einer solchen Maschine getrunken und für gut befunden hatte. Ausserdem wollte ich mal modern sein. Die Maschine liefert sehr guten Kaffee, und zwar derart zuverlässig und in komfortabler Beiläufigkeit, dass der eher absurde Kilopreis locker zu verschmerzen ist.

Alu-Kapseln sind eine fürchterliche Sauerei. Ich kenne Menschen, denen ist das egal. Das finde ich völlig in Ordnung, denn sie trinken nicht sonderlich viel Kaffee. Ich allerdings trinke sonderlich viel Kaffee und produziere darum viel Kapselmüll. Trotz allen Komforts und guten Geschmacks finde ich 30 und mehr Alu-Kapseln pro Woche allerdings nicht mehr so ganz in Ordnung. Eher gar nicht.

Es gibt Alternativkapseln. "Ethical Coffee" heissen die. Der ethische Teil war bisher, dass die Kunststoffkapseln kompostierbar sind. Diesen Umstand "ethisch" zu nennen, finde ich ethisch zwar ein wenig fragwürdig, aber immerhin ist kein Alu drin. Neuerdings gibt es auch zwei "Varietäten" (ein Wort für Menschen, die zu Destinationen und nicht zu Zielen fliegen), die ethisch weniger fragwürdig sind. Darin: fair gehandelter Bio-Kaffee zu etwa demselben Preis wie das Alu-Original.

Dummerweise finde ich jede Sorte des ethischen Kaffees so lasch wie Leitungswasser und geschmacklich so durchschnittlich, dass mich jede Tasse in etwa demselben Maße langweilt wie diese Dinger, die sie neuerdings "Brötchen" nennen. Für ein wenig Abhilfe sorgt, zwei Kapseln als einen Kaffee aufzubrühen, oder "zu extrahieren", wie man neuerdings anscheinend sagt. Eine Tasse reines Gewissen kostet also doppelt soviel wie eine Tasse Gewissenlosigkeit und ist geschmacklich dann aber immer noch fast so weit von dieser entfernt, wie ein absolut reines Gewissen von Christoph Daum.

Und weil ich das alles irgendwie für eine Zumutung halte, langweile mich jetzt noch eine ethisch zweifelsfreie Kaffeewoche lang mache ich jetzt noch die restlichen Kapseln leer und werde meinen Kaffee danach wieder so zubereiten, wie früher schon viele Jahre lang. Frisch gemahlen in einer Machinetta.

Das dauert dann zwar jedesmal fünf Minuten länger bis der Kaffee fertig ist, dafür ist er dann aber auch um Längen besser als der ethische, ich habe ein reines Gewissen, denn außer der Kaffeeverpackung und alle paar Jahre mal eine neue Dichtung, fällt bei mir gar kein Kaffeemüll mehr an - und ich habe ein Päuschen gehabt. Und Päuschen finde ich ja sowieso dermaßen super, dass ich es immer als Entspannung ansehe, mit dem Auto an einer roten Ampel anhalten zu müssen.

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Skwerl

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Würden die Nachrichten immer nur Gutes melden, wäre das Schlechte der Normalzustand. Und das will man ja auch nicht.

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