STACKENBLOCHEN (rsf)
(where contestants have to arrange items on a dresser at right angles - that passes for fun in germany)
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Der M hatte sich versehentlich zwei Ukulelen gekauft (frag nicht...!) und bevor er die eine zurückschicken konnte, meinte ich, dass ich ihm die abkaufen würde, weil ich Ukulele irgendwie lustig finde. Dazu gab es ein Stimmgerät zum Anklemmen, weil Ukulelen sich in einem dauerhaften Zustand der Verstimmung (oder sagt man Verstimmtheit?) zu befinden scheinen. Das Stimmgerät ist von Thomann und taugt nur sehr wenig.

Viel besser funktioniert die App, die ich mir für lau geladen habe. Sie heisst "Guitar Tuner" und ist bizarrerweise völlig reklamefrei. Hoffentlich ist das kein Trick. Was auch ganz gut funktioniert, ist einen C-Akkord zu spielen - ganz im Gegensatz zum F, bei dem ich ständig Nebensaiten mitdrücke, so dass die Ukulele nichtmal mehr lustig klingt. Hoffentlich hören meine Finger irgendwann wieder auf, wehzutun. Vielleicht bleibe ich auch einfach beim Fotografieren. Das ist in der Küche auf Dauer allerdings ein wenig langweilig.

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Meine Augen sind schlechter geworden, denn ich altere. Also habe ich neue Gläser in meine Brillen einbauen lassen. Meine Alltagsbrille ist heute fertig geworden und ich habe 280,- Euro dafür bezahlt. Sonnenbrille und Ersatzbrille kommen demnächst noch und werden vermutlich ähnlich viel kosten.

Es tut mir zwar weh, so viel Geld auszugeben, aber ich kann es mir leisten, denn ich lebe zurzeit in Verhältnissen, in denen am Monatsende genügend Geld übrig ist. Wie allerdings Menschen, die es weniger gut haben, die am Monatsende keinen müden Cent übrig haben, ein derart unverzichtbares Hilfsmittel bezahlen, ist mir - ehrlich gesagt - ein Rätsel, denn von allen Menschen in meinem Bekanntenkreis, die eine Brille benötigen, ist keiner derart arm. Und umgekehrt.

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Mein Auto ist weg. Endgültig. Ich hatte es nicht selbst verkaufen wollen, weil ich keine Lust hatte, mit fliegenden Gebrauchtwagenhändlern rumzukaspern, die sich einbilden, sie bekämen alles geschenkt, wenn sie nur unverschämt genug auftreten. Darum hatte ich den Wagen meinem Freund und Händler/Schrauber S. übergeben, ihm gesagt, was ich gerne dafür hätte und ihm gestattet, jegliche Differenz einzusacken.

Über zwei Monate stand der Wagen bei ihm vor der Werkstatt und wir mussten zweimal den Preis senken, bis er endlich verkauft war. "Wäre es ein Polo, hätten wir mindestens nen Tausender mehr bekommen", sagte der S. Daraus folgen für mich zwei Erkenntnisse.
Erstens: Man sollte sich einen neuen Fiesta nur dann kaufen, wenn man vorhat, ihn früh wieder zu verkaufen oder ihn zu fahren, bis er zusammenfällt, denn nach neun Jahren ist er fast nichts mehr wert. Zweitens: Wenn man ein gutes gebrauchtes Automobil sucht, kein Markenfetischist ist und auch keinen Weiterverkauf plant, sollte man sich nach einem Ford umsehen, denn die sind Volkswagen technisch ebenbürtig, kosten aber wesentlich weniger.

Die letzten drei Monate, die ich ohne eigenes Auto verbracht habe, waren - bezogen auf meine Mobilität - die entspanntesten meines Lebens. Ich hoffe, nie wieder in eine Situation zu kommen, in der ich ein eigenes Auto vorhalten muss.

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Bis gestern wusste ich nicht, was eine peristaltische Pumpe ist, geschweige denn, dass es überhaupt so etwas gibt. Jetzt bin ich schlauer, denn ich war zu Gast beim Cocktailbot.

Peristaltische Pumpen, oder auch Schlauchpumpen genannt, werden beispielsweise in der Intensivmedizin eingesetzt, gerne zur künstlichen Ernährung, gelegentlich investieren aber auch ein paar Hacker ein Schweinegeld in die Anschaffung solcher Technik, denn diese Pumpen sind langlebig, erlauben, den Durchfluss präzise zu steuern, sind unempfindlich gegen aggressive Substanzen und man kann fesche LEDs einbauen, damit die Maschine, die auf Knopfdruck Cocktails nach Wunsch mischt, ein wenig mehr danach aussieht, als käme sie aus der Zukunft, aus der sie nicht kommt, denn sie zischt und pumpt gerade auf dem Chaos Communication Congress in Hamburg vor sich hin und macht - unter anderem - exquisite Singapore Slings.

Meine Geschäftsidee, so ein Ding zu verkapseln, einen Münzeinwurf einzubauen und die Republik damit zu pflastern, wurde mir von einem der Erbauer - der seinen Lebensunterhalt mit dem Getränkehandel bestreitet - mit einem sehr wahren Satz ratzfatz wieder ausgeredet: "Man will die Menschen mit einem solchen Gerät nicht alleine lassen". Nichtmal mich!

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Jahrelang sind wir an der Burgerbude an der Plaça des Mercat immer nur vorbeigelaufen. Vermutlich, weil sie nicht sysemgastronomisch genug aussieht. Ich erinnere mich an ein Jahr, in dem ich mal den Versuch gestartet hatte, dort was essen zu gehen, aber ich war nicht alleine und meine Begleitung konnte sich durchsetzen, denn sie war zahlenmäßig überlegen.

Dieses Jahr war ich alleine unterwegs, hatte Hunger und Durst, und weil ich mir in der letzten Zeit sowieso angewöhnt hatte, immer irgendwelche Burger zu probieren, wenn ich irgendwo einen unbekannten und interessant aussehenden Laden finde, habe ich mich an die Bar Alaska gesetzt und un Hamburguesa y una Cerveza bestellt.

Die Burger werden in einer winzigen Küche gebraten, lustig in Papier eingewickelt und auf einen kleinen Teller gelegt. Das ist die sympathischste Servierweise, die je erlebt habe und wäre mir vermutlich alleine schon Grund genug gewesen, häufiger dort essen zu gehen. Dazu stellt der Wirt eine Flasche Ketchup und eine Flasche Senf auf die Theke und tut mir damit einen weiteren Gefallen, denn ich mag Senf so gerne, wie ich Ketchup fies finde, also so sehr, dass ich gelegentlich für größere Irritationen sorge, weil ich mir unbotmäßige Mengen Senf an Fritten appliziere.

Ein Patty von höchstens 100 Gramm roh, etwas grüner Salat, Zwiebelringe und ein weiches, süßliches Brötchen - das allerdings mit der richtigen Seite auf den Grill gelegt wurde (was in Berliner Fashion-Grills nicht immer üblich ist). Die gesamte Konsistenz erinnert an Burger DeVille.

Gemessen an diesem albern-überladenen fancyshmancy Burgerdesign, das in der letzten Zeit nördlich der Alpen Einzug gehalten hat, macht der Alaska-Burger einen reichlich traurigen Eindruck. Seinem Geschmack allerdings können die meisten Läden, in denen ich bisher gegessen habe, nicht das Wasser reichen. Das Fleisch roch schon beim Braten so außergewöhnlich gut, dass selbst meine Begleiterin, die normalerweise nur Fleisch isst, dessen ethisch zweifelsfreie Herkunft ihr ebenso zweifelsfrei belegt worden ist, und die ich zu einem weiteren Besuch mitschleppte, kurz davor war, einen zu essen. Der Verzicht auf irgendwelche Sößchen und sonstige Trendzutaten gibt dem Burger einen angenehm klaren - und mittlerweile ziemlich ungewohnten - Geschmack mit auf den Weg, bei dem genau die Zutat dominiert, deretwegen ich einen Burger essen gehe, nämlich das Fleisch. Leichte Schärfe durch die Zwiebeln, Biss durch den Salat - und weil er da stand und ich noch nie welchen auf einem Burger hatte, habe ich ein paar Spritzer Senf draufgemacht. Schmeckt super.

Cheeseburger gibt es auch, den habe ich aber nicht probiert, weil ich mir nicht vorstellen kann, dass Käse diesen Geschmack verbessern kann. Aber vielleicht bin ich diesbezüglich auch nur ein gebranntes Kind, weil die meisten Läden in Deutschland ihre Patties so sehr in geschmolzenem Käse ersäufen, dass niemand merken würde, wenn es statt aus Fleisch aus Tofu oder ähnlicher Holzwolle wäre.
Würde ich einen Burgerladen machen, wäre er wie der Laden in Palma. Auch die ganze Anmutung hat mir sehr gut gefallen. Alles so schön beiläufig, unaufgeregt und voller Einheimischer - was ja meistens ein gutes Zeichen ist.

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Packe ich so ganz mondän, mit diesem leicht professionell-amüsierten "ich fliege ständig hin und her und habe diesen ganzen Zinnober eigentlich nicht nötig, denn ich weiß, wie hier für Sicherheit gesorgt wird, nämlich gar nicht"-Blick meine Tasche, Jacke und Geklimper in die Wannen bei der Sicherheitsschleuse in Tegel, feixe noch ein wenig mit dem Personal herum, das ja auch weiß, was es da nicht tut, trete jovial wissend, dass er bei mir sowieso nur nach Zufallsprinzip piepen wird, durch den Metalldetektor, der prompt auch piept, was natürlich dazu führt, dass ich nochmal mit einem Handgerät gescannt werde, in dessen Folge der Sicherheitsmann zu mir sagt: "Das iPhone nehmen wir dann auch mal aus der Gesäßtasche, ne?", und meine ganze souveräne Haltung mit einem Schlag zusammensackt, wie ein Vanillepudding, den ich ungefähr so gerne esse, wie ich selbst keiner sein will, was der Sicherheitsmann wiederum bemerkt und mit einem fröhlichen: "Anfänger!" quittiert, woraufhin ich ihm später einen Milchkaffee bringe, weil noch jeder gute Scherz ordentlich belohnt gehört, was wiederum dazu führt, dass die restlichen Sicherheitsleute mich fragen, wie sie selbst mich denn zeihen müssten, um ebenfalls Kaffee zu bekommen, was ich wiederum so amüsant finde, dass ich noch einen Schwung Kaffee für alle holen gehe, wobei mir mal wieder auffällt, wie beschissen teuer dieser scheiß Kaffeeladen im scheiß Sicherheitsbereich überhaupt ist, was ich - gelinde gesagt - eine Unverschämtheit finde, aber immer noch längst nicht so unverschämt, wie neulich am Flughafen von Palma, wo sie uns für zwei kurze, trotz feuchten Belages trockene Baguette und eine Cola fünfzehn Euro abgekommen haben. Aber mit mit mir kann man es ja machen.

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Zittern wie ne App vorm Löschen

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Heute morgen in der SBahn.

Durchsage:
"Die Weiterfahrt nach Potsdam verzögert sich um drei Minuten"

Alle kucken genervt.

"Der Grund ist der verspätete Gegenzug aus Potsdam"

Alle kucken verständnisvoll.

Wenn jetzt noch die "Verzögerungen im Betriebsablauf" in sinnvolle Angaben von Verzögerungsgründen geändert würden, wäre viel erreicht. Meinetwegen könnten die ja auch durchsagen: "Der Zug hat Verspätung, weil Schneidereit verpennt hat" oder sowas. Dann hätten wir auf dem zugigen Bahnstein immer mal was zum Feixen.

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Neben mir in der Bahn sitzt eine junge Frau und beklagt sich am Telefon bei einer Bekannten, dass "die Bezugsstelle" sich weigert, ihr noch Geld für knapp zwei Wochen zu überweisen, obwohl es ihr zustünde. Dort sei man nicht in der Lage, irgendeinen Prozess daraufhin anzupassen, dass sie neuerdings verbeamtet sei.

Wenn ich verbeamtet würde, würde ich mein Maul halten, höchstens noch "Danke" sagen und eventuell ein wenig weinen vor Glück - aber garantiert nicht noch mehr Geld vom Staat verlangen. Dabei wäre mir egal, ob es mir gesetzlich zusteht oder ob nicht, denn mir wäre klar, dass ich komfortabel versorgt wäre, bis ich irgendwann mal lachend in den Torf gehe. Vielleicht bin ich ja auch deshalb kein Beamter.

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Ankunft mit dem ICE in Bremen. Durchsage des Zugbegleiters: "Sehr geehrte Fahrgäste, wir verabschieden Sie heute mit $musiktitel". Ich hatte gerade noch Zeit, doof zu kucken, da spielt aus den Lautsprechern irgendein nettes, trompetenlastiges Swingstück. Ich bin lächelnd ausgestiegen. Das mache ich selten.

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KaDeWe "New Burger"

Black Angus "Le Classique", 180g roh, EUR 8,90. Ohne Ketchup bestellt (Ich mag das Zeug nicht, weil damit alles nach Ketchup schmeckt) Ordentliche Mittelklasse, mehr aber auch nicht. Durchgebraten, insgesamt zu dick und zu viel Soße drauf, so dass das Fleisch geschmacklich untergeht. In der Soße außerdem zu viel Säure.
Schillerburger bleibt ungeschlagen.

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