STACKENBLOCHEN (rsf)
(where contestants have to arrange items on a dresser at right angles - that passes for fun in germany)
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Ich will nen Camper

Ich war auf einem Festival. Mit einem reichlich luxuriösen Wohnmobil namens "Knaus Sky Traveller 500D". Es hatte eine Toilette, eine Dusche, einen gasbetriebenen Kühlschrank, einen dreiflammigen Herd und ein 200x160cm großes Bett im Alkoven. Wir haben zu zweit darin gewohnt. Wenn man sich hinreichend beschiede, würde so ein Teil sogar als kompletter Wohnsitz für eine Person reichen. Ich bin ziemlich beeindruckt und würde so ein Ding gerne besitzen. Allerdings kostet sowas ungefähr soviel, wie eine kleine Wohnung - und die ist immer noch da wenn das Wohnmobil längst im Wohnmobilhimmel angekommen ist.

Abgesehen davon, dass ich mir kein Fahrzeug für 50.000,- Euro und mehr leisten kann und will, das die meiste Zeit rumsteht, habe ich während der fünf Tage auch kapiert, dass man für kurzfristige Ausflüge keine komplette Sanitär- und Kücheneinrichtung braucht. Statt ausgiebig zu duschen, kann man sich auch einfach mal unterm Axel waschen, ein ein- oder zweiflammiger Kartuschenkocher ist genauso ausreichend wie eine 12-Volt-Kühlkiste, und wenn man unbedingt seinen eigenen Abtritt haben will, reicht auch ein tragbares Campingklo und ein Sichtschutz.

Was ich eigentlich gerne hätte, ist ein Campingfahrzeug, das ich auch PKW-artig nutzen kann, zwei fliegen mit einer Klappe sozusagen, denn realistischerwesie würden wir höchstens zwei- oder dreimal im Monat für eine oder zwei Nächte aus der Stadt rausfahren und irgendwo stehen und übernachten wollen (und können). Ein ausgebauter Caddy oder ein T4 oder ein Transit oder sowas wäre vermutlich praktisch. Hauptsache, das Bett ist mindestens 200cm lang und breiter als 120cm. Stehhöhe wär auch geil. Aber da scheint es dann auch wieder teuer zu werden, wenn man nicht Autos basteln kann - was ich nicht kann.

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Harry Rowohlt hat mich nicht nur außerordentlich inspiriert, sondern immer auch so sehr amüsiert, dass ich nie an ihn denken konnte, ohne lachen zu müssen. Auch jetzt nicht, wo er frisch verstorben ist. Ich wünsche mir, dass es den Menschen, die mich kennen, genauso geht, wenn ich mal abtrete.

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Vom Internet angequatscht

Die Tage schiebe ich morgens mein Mottofahrrad auf die Straße, um nach Potsdam zur Arbeit zu fahren, da kommt von rechts einer auf dem Fahrrad vorbeigefahren, hält an, fragt mich, ob ich ich sei und als ich bejahe, entpuppt er sich als Wrint-Hörer, der gerade zwei Monate unbezahlten Urlaub genommen hat und mit vollgepacktem Reiserad auf dem Weg von Köpenick zum Nordkapp ist.

Das sind so diese Momente in denen ich die Wirkungen des Internets mal nicht mindestens diskussionswürdig, sondern sogar wünschenswert finde. Schön wäre ja, wenn diese "Hach, Internet"-Momente die Regel und der ganze Scheiß die Ausnahme wäre. Naja.

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Ich habe eine Theorie!

Sie ist mir eingefallen, als ich mal wieder durch Stahnsdorf, das räudigste aller mir bekannter Dreckskäffer, gefahren bin. Sie geht so:

Der Speckgürtel um Berlin herum heisst Speckgürtel, weil er letztlich ist, wie ein Speckgürtel beim Menschen: Niemand braucht ihn, niemand will ihn, eigentlich ist er sogar schädlich, aber irgendwie wird man das Ding auch nicht wieder los.

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Seit ihr vor ein paar Jahren der Mann weggelaufen ist, ist die 37-jährige Nagelstudiobesitzerin Mandy B. aus Kaulsdorf froh um jede Abwechslung in ihrem eher eintönigen Leben. Da kommt ihr eine Zugfahrt gerade recht, um es mal so richtig krachen zu lassen.

"Is ja ooch ürnkwie Picknick", dachte sie sich, als sie heute morgen die Schnitzel briet, die sie nun mit viel Wonne, reichlich Brot, Gürkchen, ausgezogenen Schuhen und Tomate im ICE nach Hannover verzehrte - fast wie damals, als sie noch mit ihren Eltern auf dem Campingplatz im Harz urlaubte und die vermutlich beste Zeit ihres Lebens verbrachte. Schnell griff sie zur Super Illu, um auf andere Gedanken zu kommen.

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Radgedanken IV: Angstgesellschaft

Mein innerer Kulturpessimist wünscht sich manchmal, zehn oder sogar zwanzig Jahre älter zu sein und verbindet damit die Hoffnung, dann vielleicht nicht mehr mitbekommen zu müssen, wie unsere Gesellschaft endgültig vor ihrer eigenen Angst kapituliert.

Mein persönliches Symbol für die Richtung, in die wir uns entwickeln, ist der Fahrradhelm. Der ist konkreter diskutierbar, als die Hinnahme einer Gesellschaftsordnung, die auf vorauseilendem Gehorsam basiert, der wiederum impliziter Bevormundung durch Überwachung folgt - gerne auch gegenseitiger. Außerdem ist er eine griffige Metapher.

Mein innerer Küchenpsychologe denkt, dass Menschen, die sich keinem besonderen Risiko aussetzen, indem sie beispielsweise Radrennen oder MTB fahren, und trotzdem einen Helm aufsetzen, sich längst in einer emotionalen Situation befinden, in der der Unfall längst passiert ist. Ich halte das für gefährlich, weil wir schon jetzt kaum in der Lage sind, Risiken intuitiv richtig zu bewerten, gleichzeitig aber doof genug, Scharlatanen auf den Leim zu gehen - was vermutlich ein und denselben Mechanismus des Heuristikapparates in unseren Köpfen beschreibt.

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Radgedanken III

Ich frage mich die ganze Zeit, wie man Autofahrern nachhaltig klarmachen kann, dass Radler a) gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer sind, die b) nicht auf der Straße fahren, um Autofahrern auf die Nerven zu gehen, sondern weil es auf all den vermeitlichen Radwegen eben noch unangenehmer und gefährlicher zu fahren ist, als zwischen aggressiven Vollidioten, die sich einbilden, ein Automobil beinhalte die Berechtigung, andere Verkehrsteilnehmer dadurch zu belehren, dass man deren Leib und Leben gefährdet.

Das Einfachste wäre eine großflächige Kampagne, die von der Politik ausgeht. Die Politik in Berlin fällt aber leider nicht nur grundsätzlich aus, wie sie seit über einem Jahrzehnt praktisch täglich belegt, sondern auch ganz konkret wiegt für Senat und Abgeordnetenhaus der Komfort der Autofahrer schwerer als die Gesundheit der übrigen Verkehrsteilnehmer. Idelaerweise würden wir Erwerb und Erhalt der Fahrerlaubnis irgendwie daran koppeln, dass regelmäßig größere Innenstadtstrecken per Fahrrad zurückzulegen sind. Das allerdings ist wiederum so abwegig, dass man sich auch wieder auf Berliner Lokalpolitiker verlassen kann.

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Radgedanken II

Eine Warnweste ist ein gutes Zeichen dafür, dass deren Träger - zumindest vorübergehend - nicht willens oder in der Lage sind, zu denken.

"Move on Up" von Curtis Mayfield ist der ideale Ohrwurm zum Radeln.

Der Versuch, vom Zustand der Radwege auf den Geisteszustand und/oder Charakter der dafür verantwortlichen Politiker und Beamten zu schließen, erscheint mir erfolgversprechend. Zusätzlich möge der Penner, der für den Fahrbahn-Totalfuckup zwischen S-Bahnhof Priesterweg und Prellerweg verantwortlich ist, bitte Juckreiz bekommen.

Die Borstellstraße ist allenfalls mit einem MTB befahrbar. Nur Deppen befahren sie mit anderen Rädern. Ich habe das heute morgen mit einem Tourenrad ausprobiert. Schon wieder.

Starre Trinkflaschen mögen zwar schick aussehen, vor allem, wenn sie aus gebürstetem Edelstahl sind, sind aber reichlich unpraktisch, um daraus während der Fahrt schnell was zu trinken. Da hilft auch kein Sportverschluss, denn der macht auch nicht, dass man die Flasche zusammendrücken kann.

Estaunlich viele Autofahrer sind dieser Tage rücksichtsvoll unterwegs. Es wäre schön, wenn das zur Regel würde, aber wahrscheinlich habe ich bloß Glück, weil ich bisher die Asirennstrecken - also alles, was mehr als eine Spur pro Richtung hat - in Tempelhof, Steglitz und in der Vorhölle Lichterfelde gemieden habe.

Die Berliner Polizei schaut gerne weg, wenn Autofahrer Radler gefährden, selbst wenn sie dabei zuschaut.

Konstanter, leichter Gegenwind ist zermürbend.

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Schaumschlägerei

Ich benutze drei Pinsel zum Rasierseife aufschäumen. Einen mit Dachshaar, einen mit Synthetik- und einen mit Naturborsten, was glaube ich "Schwein" bedeutet. Genau genommen habe ich sogar vier Pinsel. Das liegt unter anderem daran, dass ich ein wenig doof bin, was wiederum dazu geführt hat, dass ich mir irgendwann mal einen Mühle Black Fibre im Sonderangebot gekauft und mir ewig eingebildet habe, es handle sich dabei um Dachshaar (ja, ja...). Irgendwann habe ich - auch wieder im Angebot - einen echten Dachs dazugekauft. Dann wurde mir mal erzählt, dass der Balea-Pinsel vom DM ebenfalls Borsten aus Black Fibre habe, aber nur ein Drittel des Mühle kostet. Den habe ich zu Testzwecken gekauft und zuletzt habe ich einen Semogue-Pinsel geschenkt bekommen. Modell "Owners Club". Da fühlt man sich direkt viel exklusiver.

Was mir nicht gelingt, ist mit dem Dachs auch nur ansatzweise einen festen Schaum zu schlagen, der auch in meinem Gesicht haften bleibt. Egal, wo ich schäume, egal mit welcher Seife. Der Schaum wird nicht schön und das Bisschen, das in meinem Gesicht ankommt, ist mit wenigen Pinselstrichen auch schon wieder weggewischt. Mit dem Semogue ist es mir auf Anhieb etwas besser gelungen. Der Schaum war ganz schön und ich habe ihn mir nicht ganz so schnell wieder aus dem Gesicht gestrichen. Hier scheine ich nur noch ein wenig Übung zu brauchen, dann sollte der Pinsel zu meinem Liebling geworden sein. Mit dem Black Fibre gelingt es mir unter allen nur denkbaren Umständen, einen geilen Schaum zu machen, mit dem Mühle etwas besser als mit dem Balea - außer wenn die Seife nix taugt, dann klappt es gar nicht.

Kapieren tu ich das nicht.

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Wenn Du fett bist und abspecken willst, gibt es nichts unnützeres als Diätratgeber, die behaupten, eine bestimmte Ernährungsweise sei die beste oder sogar einzig richtige, um das Gewicht zu reduzieren. Gelegentlich kommt aber das eine oder andere Buch daher, dass praktisch gar keine Ratschläge oder Anleitungen gibt sondern einfach nur für Aufklärung sorgt, so dass man seine Schlüsse selbst ziehen kann. Ich denke, dass man das auch muss, denn nur nach einem Erkenntnisprozess ist eine wirklich nachhaltige Verhaltensänderung möglich.

Eines dieser Bücher ist "Mach das! Die ultimative Physik des Abnehmens", in dem ein Physiker/Sportwissenschaftler äußerst launig erklärt, was es aus rein physikalischer Sicht mit der Energiebilanz auf sich hat, also dem Mechanismus, der letztlich für die Gewichtsregulation zuständig ist. Also eigentlich ist es irgendwie ein Physikbuch, aber dann auch wieder nicht. Mit Illustrationen. Ein anderes ist "Fettlogik überwinden", das ich gerade ausgelesen habe. Die Autorin war selbst morbid adipös, hatte darauf keinen Bock mehr, hat abgespeckt und dabei recherchiert, was wirklich dran ist an den Mythen, die wir benutzen, um uns zu bestätigen, dass entweder die Bemühungen nutzlos oder das Ziel sinnlos seien. Sie versorgt einen mit den Informationen, die notwendig sind, um die Entscheidung für das Abnehmen oder für das Weiterleben mit Übergewicht überhaupt mal sinnvoll treffen zu können.

Auch wenn ich schon ein Stück weiter bin im Erkenntnisprozess, beide Bücher also nicht mehr brauche, um meinen Weg zu sehen, werde ich bestimmt immer mal wieder gerne reinlesen, denn es ist nicht immer leicht, einen sichtbaren Weg auch zu gehen. Über einen sehr langen Zeitraum erlerntes Verhalten - und darum geht es beim Essen - hat nämlich die blöde Angewohnheit, sich nur sehr langsam nachhaltig zu ändern, so dass immer die Gefahr besteht, unmerklich in alte, eigentlich unerwünschte Muster zurückzufallen, wenn mal mal für ein paar Tage das Denken aufhört. Beide Bücher sind super, um das Ziel einer ausgeglichenen Energiebilanz nicht aus den Augen zu verlieren. Auf welchem Niveau die sich dann befindet, überlassen beide Autoren uns selbst.

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